Sanierung Villa Thumann

Nicht nur architektonisch, auch baulich ist das Unternehmerschloss sehr speziell. Und die Sanierung eine Herausforderung, die innovative Lösungen verlangt.

Sanierungs­schwerpunkte


  • Dachdämmung mit Naturbaustoffen: Um langfristig Energie- und Heizkosten zu sparen, ist eine natürliche Dachdämmung vorgesehen. Ca. 300 qm² Dachfläche werden mit Zellulose oder Holzfasern versehen.

  • Kalk zählt zu den ältesten Baustoffen in der Geschichte. Die ca. 2.000 qm² Innenwände sollen mit einem Dämmkalkputz ausgestattet werden, der natürlich, diffusionsoffen und durch seine feuchtigkeitsregulierende Eigenschaft für ein gesundes Raumklima sorgt.

  • Zur Herausforderung wird die Restaurierung und Rekonstruktion des riesigen, historischen Bleiglasfensters von 1901 unter Berücksichtigung der Energieeffizienz mit Iso-Verglasung.

  • Inzwischen sind die alten Heizkörper aus DDR-Zeiten verschwunden. Erhalten blieb u.a. ein wunderschöner, gusseiserner Radiator aus der Jahrhundertwende. Das Heizkonzept sieht eine Kombination aus Gasbrenntwerttherme für Flächenheizungen und Radiatoren vor.

  • Die Villa Thumann erhält ein gedämmtes Leitungsnetz mit moderner und wassersparender Sanitärkeramik.

  • Besonders bei denkmalgeschützten Gebäuden hat sich die Silikatfarbe bewährt. Die Fassade der Villa Thumann soll damit vor Verwitterung und saurem Regen geschützt werden. Da nicht jede Silikatfarbe die besonderen Eigenschaften wie Feuchteregulierung und Wasserdampfdurchlässigkeit aufweist, wird bei der Fassadensanierung auf naturreine Silikatfarbe ohne Lösemittel und Weichmacher geachtet.

  • Die Sicherheit der Villa Thumann wird durch moderne Warnsysteme und Überwachungsanlagen gewährleistet.

  • Die noch vorhandenen Parkettfußböden werden durch Renovierung wieder in einen formschönen Zustand gebracht. Darüber hinaus werden Dach- und Obergeschoss neue Parkettbeläge erhalten, die sich in die Architektur des Gebäudes eingliedern.

  • Der Gestaltungsstil des Englischen Landschaftsgarten, der im 18. Jahrhundert in Mode kam, hatte auch den Erbauer der Villa Thumann fasziniert. Geschwungene Wege, malerische Baumgruppen auf weitläufigen Wiesen, ein überraschender Ausblick auf eine Grotte – größer konnte der Kontrast zum barocken Stil, der zuvor das Bild in Europa bestimmte, nicht sein.


News

 

 

Das Stadtschloss Halle wurde umfassend energetisch verbessert und eine zeitgemäße Anlagentechnik eingebaut.
Auf Basis einer Ist-Analyse des Gebäudes wird in einem Energieaudit eine Energie-Einsparung von rund 56 Prozent prognostizert. Der derzeitige Endenergiebedarf von 422.588 kWh/Jahr reduziert sich auf 187.764 kWh/Jahr. Das sind 234.823 kWh/Jahr weniger. Die CO²-Emissionen verringern sich um 51.891 kg CO2/Jahr.

Dach, Heizung, Fenster, Elektrik, Versorgungsleitungen – alles wurde auf den Prüfstand gestellt. Die besondere Herausforderung lag darin, die Maßnahmen dem Charakter des letzten erhaltenen Beispiels romantischen Burgenstils der Stadt anzupassen: Die Leitungen der modernen Heizanlage führen im Gegensatz zu den Arbeiten in den 1970er Jahren nicht durch den Stuck, sondern verschwanden unter Putz, die oberen Etagen wurden mit einer energiesparenden Fußbodenheizung ausgerüstet. Der Austausch antiker Elektroleitungen ermöglicht jetzt eine LED-Beleuchtung mit Bewegungsmeldern, die Umrüstung auf energiesparende Warmwasserversorgung spart weitere Kilowattstunden.
Im März 2019 wurde die energieeffiziente Sanierung abgeschlossen. Nach letzten Renovierungsarbeiten wird das Stadtschloss Halle in Kürze wieder für Events genutzt werden können.

Die Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz werden durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Mit der Umsetzung ist die Investitionsbank Sachsen-Anhalt betraut.


Kontakt

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